Mein Weg mit der Heilkunde...

Heilpraktiker Ralf Hesselschwerdt

Nach einem Architektur-Studium und einigen Jahren als Architekt in Berlin, entschloss ich mich, meinem eigentlichen Herzenwunsch folgend, zu einer Heilpraktikerausbildung und einem privaten Studium der klassischen Homöopathie.

 

Nachdem ich 1986 die Heilpraktikerprüfung abgelegt hatte, hospitierte ich zwei Jahre in einer Naturheilpraxis, bevor ich schließlich meine eigene Praxis mit dem Schwerpunkt klassische Homöopathie eröffnete.

 

Bei meiner Tätigkeit als Dozent und Abteilungsleiter für eine große Heilpraktikerschule lernte ich weitere Bereiche der Naturheilkunde kennen, aber durch Studium und Seminare wurde mir klar, dass klassische Homöopathie mein Herzensthema ist. Dass wurde noch intensiviert durch den Kontakt mit den neuen homöopathischen Schulen aus Indien. Vor allem Rajan Shankaran und sein Schüler Dinesh Chauhan, ein Pionier auf dem Gebiet der homöopathischen Behandlung von Kindern, haben mich sehr beeindruckt und auch beeinflusst.

 

1998 lernte ich bei einem Seminar über tibetische Medizin einen jungen buddhistischen Lehrer kennen, bei dem ich meine Praxis der Meditation, die ich schon vorher in Indien gelernt hatte vertiefen konnte. Seine Technik der Meditation, aber auch das, was ich von ihm gelernt habe, bilden heute das Fundament  für meine Arbeit.

 

Schon seit einigen Jahren war ich auf der Suche nach einer Technik, die es ermöglichte, rasch und ohne große Hilfsmittel mit sich selbst besser in Kontakt zu kommen. Ich fand sie im Familienstellen. Ich war so beeindruckt, dass ich vor zwei Jahren eine Ausbildung begann und muss heute feststellen, dass ich das große Glück hatte, Wolfgang Deusser als Lehrer zu finden. Seine Kompetenz verbunden mit seiner liebevollen Art sind mir nicht nur Vorbild, sondern auch Inspiration für meine eigene Arbeit.

Meine Philosophie

Es gehört zum Menschsein dazu, einen Sinn in seinem Dasein finden zu wollen - den Platz einzunehmen, an den man hingehört. Oder anders ausgedrückt: die meisten Menschen wünschen sich doch zutiefst im Einklang mit einer Kraft zu sein, die sie führt und zwar so führt, dass sie sich selbst und anderen von Nutzen sind und irgendwann auf ein erfülltes Leben zurückblicken können. Es gehört aber auch zu unseren verbreiteten menschlichen Tendenzen, eigene Schwierigkeiten, Probleme und Negatives im Außen zu suchen. Wir versuchen dann oft, es dort zu bekämpfen und fühlen uns als Opfer widriger Umstände.

Wie aber kommen wir heraus aus diesem Dilemma? Das Schlüsselwort dazu heißt Authentizität.

Als allererstes geht es darum, Freundschaft mit sich selbst zu schließen und schließlich dem, was man eigentlich ist, Stück für Stück näher zu kommen.

 

Das ist die Essenz aller drei Bereiche, in denen ich in meiner Praxis arbeite.

 

Der erste Grundpfeiler ist die Meditation. Das Wort Meditation hat viele Bedeutungen. Eine davon ist: Den Geist zu beruhigen - das immerwährende innere Selbstgespräch einzuschränken und dadurch erst in die Lage versetzt werden, sich und seine Umwelt wirklich wahrzunehmen. Eine weitere Bedeutung von Meditation ist die Entwicklung der Achtsamkeit. Auch hier geht es letztendlich um die Art und Weise, wie wir wahrnehmen. Das Ziel ist, die Dinge so wahrzunehmen, wie sie sind, ungetrübt von Vergangenem und auch von Erwartungen oder Befürchtungen bezüglich der Zukunft. Das ist der erste Schritt zum Freundschaft schließen mit sich selbst.

Der zweite Grundpfeiler ist das neue Familienaufstellen. Auch hier geht es letztendlich darum, seinem eigenen Wesen ein Stück näher zu kommen. Wir wissen ja alle, dass wir von allen möglichen Einwirkungen aus der Umgebung, unserer Familie, Freunden, Feinden, Partnern, etc. . . beeinflusst werden. Man kann hier auch von Prägungen sprechen. Tragisch daran ist, dass diese Prägungen dem Bewusstsein gar nicht zugänglich sind. Deshalb wissen wir oft gar nicht so genau, warum wir etwas tun oder warum wir es nicht tun. Und vor allem wissen wir häufig nicht, warum wir die gleichen Fehler immer wieder machen. Wir tappen da sozusagen im Dunkeln. Familienstellen ist eine Methode, die da sehr eindrucksvoll Hilfestellungen geben kann. Indem nämlich familiäre Verstrickungen deutlich werden. Fremde, von außen übernommene Rollen können hier das erste Mal wahrgenommen werden. Das ist der zweite Schritt zum Freundschaft schließen mit sich selbst.

Der dritte Grundpfeiler ist die klassische Homöopathie. Sicher haben Sie schon einmal folgenden Satz gehört: In der Homöopathie wird nicht die Krankheit behandelt, sondern der Mensch. Aber was bedeutet das eigentlich? Es bedeutet, dass der Mensch hier nicht als ,,Maschine" angesehen wird, die repariert werden muss, wenn sie nicht mehr recht funktioniert. Es wird vielmehr davon ausgegangen, dass es eine Kraft gibt, die alle Vorgänge in einem lebenden Organismus auf sinnvolle Art und Weise lenkt und aufrechterhält.

Diese Kraft ist bei einer Krankheit gestört. Hahnemann nannte sie Lebenskraft. Die Störung dieser Lebenskraft hat zur Folge, dass der betroffene Mensch sich selbst und seine Umwelt nicht mehr der Wirklichkeit entsprechend wahrnimmt, sondern wie durch eine gefärbte Brille. Eine derart verzerrte Wahrnehmung entfernt den Betroffenen natürlich von sich selbst und der Welt und führt zu mehr oder weniger bedrohlichen Krankheiten auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene. Nun hat die Homöopathie im Laufe der Jahre einen Arzneimittelschatz durch Prüfungen von Substanzen aus dem Mineral-, dem Tier- und dem Pflanzenreich an gesunden Menschen erworben. Das Erstaunliche daran ist, dass sich bei der Prüfung einer Substanz bei den Prüfern eine ganz eigentümliche und spezifische Verzerrung der Wahrnehmung eingestellt hat. Verabreicht man nun eine Arznei, deren "Wahrnehmungsverzerrung" derjenigen eines Patienten ähnlich ist, so kommt die gestörte Lebenskraft wieder ins Gleichgewicht. Die "Färbung der Brille" wird entfernt. Das nennt man auch Heilung. Nicht im Sinn von Reparatur, sondern im Sinn von zu sich selbst finden. Das ist der dritte Schritt zum Freundschaft schließen mit sich selbst.