,,Ruhiges Verweilen"  -                                                                              Den Geist zur Ruhe bringen in einer hektischen Zeit

Warum Meditation?

Der Buddha lehrte, dass es einen Wunsch gibt, den alle fühlenden Wesen gemeinsam haben. Das ist der Wunsch nach Glücklichsein und Frieden. Doch wir führen heutzutage alle ein mehr oder weniger hektisches Leben und sind einem Übermaß von Informationen,  Zerstreuungen  und Ablenkungen ausgesetzt.  Zur Ruhe zu kommen,  glücklich und zufrieden zu sein wird dadurch fast unmöglich gemacht.  Ausgeglichenheit, innerer Ruhe und Glücklichsein erscheinen uns als  fast unerreichbar.  Oft denken wir gar, dass ein Zustand von Ausgeglichenheit und Glück nur abseits unserer Zivilisation möglich wäre. Das ist aber nicht so. Was wir beruhigen sollten, ist nicht nur unsere Umgebung, sondern auch unseren Geist.

Was ist Achtsamkeitsmeditation?

Vor etwa 2500 Jahren lehrte der Buddha genau solch eine Technik, nämlich eine zur Beruhigung des menschlichen Geistes. Er nannte sie Shamatha, das ist ein Sanskritwort, das auf Deutsch  „Ruhiges Verweilen“ heißt. Das tibetische Wort dafür ist Shine. Shine ist also eine buddhistische Meditationstechnik, die aber zunächst einmal nichts mit Religion zu tun hat. Sie schafft sozusagen erst die Grundlage, nämlich einen ruhigen Geist, von der aus dann Liebende Güte, Mitgefühl, etc…entwickelt werden können. Unabhängig von einer bestimmten Glaubensrichtung, kann sie jeder erlernen und in seinen Alltag integrieren.

Wem hilft Meditation?

Shine nutzt den Atem als Objekt, stabilisiert den Geist und hilft, den ständigen Gedankenstrom zur Ruhe zu bringen. Mit der Zeit entstehen Ausgeglichenheit, Klarheit und bessere Konzentrationsfähigkeit. Darüber hinaus geht es aber auch noch um den Umgang mit einem der anspruchsvollsten und zuweilen auch belastenden Aspekte des menschlichen Daseins, nämlich um die Emotionen. Jeder von uns weiß sehr genau, wie wir diesem „Spiel der Emotionen“ ausgeliefert sind. Wie wechselhaft, unstet und unzuverlässig sie sind. Der beste Freund kann zum schlimmsten Feind und umgekehrt der schlimmste Feind zum besten Freund werden. Und so unstet unsere Emotionen auch sein mögen, sie sind sehr, sehr mächtig und immer wieder  in der Lage, uns zu überwältigen. Hier setzt Shine als Geistesschulung an und zwar nicht zur Unterdrückung unerwünschter Emotionen, sondern in Form eines gesunden Umgangs damit. Es  geht also bei Shine keineswegs darum Emotionen abzulehnen, sondern darum, sich nicht von ihnen überwältigen zu lassen.

Kann da jeder einfach so mitmachen?

Bei uns im Westen werden östliche Methoden gerne als weltfremde Philosophien abgetan. So eine Haltung ist im Fall von Shine völlig unangebracht. Diese Technik ist ausgesprochen diesseitig und gegenwartsbezogen. Es geht letztendlich um Weisheit und Mitgefühl. Um ein realistisches Wahrnehmen unserer selbst und unserer Umgebung und ein daraus abgeleitetes angemessenes Handeln in der Welt.

 Die Techniken von Shine sind sehr einfach. Es sind keine besonderen Voraussetzungen zu erfüllen und man muss keineswegs Buddhist sein, um Shine zu praktizieren.  In der Zwischenzeit habe ich natürlich vieles, was den praktischen und philosophischen Hintergrund von Shine betrifft gelernt und es besteht natürlich die Möglichkeit, darüber im Rahmen dieser Meditationsabende, zu sprechen.

Mein Weg mit Shine-Meditation

Anlässlich eines Besuches von Bodh Gaya in Indien, dem Ort, an dem der Buddha die Erleuchtung erlangt hat, kam ich das erste Mal mit dieser Methode in Berührung. Im dortigen burmesischen Kloster lernte ich einen Mönch kennen, von dem ich meine erste Einführung ins Shine erhielt.  Unter seiner Anleitung verbrachte ich damals vierzehn intensive Tage in Schweigen und Meditation. Was ich in dieser Zeit erlebte, war außerordentlich und völlig unerwartet. Ich spürte eine Ruhe aber auch eine Klarheit, wie ich es vorher noch nie erlebt hatte. Mit Erstaunen stellte ich fest, dass ich kaum noch Schlaf benötigte und alle alltäglichen Erfahrungen waren von einer unglaublichen Intensität.  Das ist nun schon mehr als 30 Jahre her und hat mich nie wieder los gelassen. Vor etwa zwanzig Jahren lernte ich einen tibetischen Lama kennen. Mit seiner Hilfe konnte ich mein Verständnis dieser Technik erheblich vertiefen und noch weitere Methoden der buddhistischen Geistesschulung kennen lernen. Bis zum heutigen Tag praktiziere ich Shine unter seiner Anleitung.