,,Neue" Familienaufstellungen nach Bert Hellinger

,, Gehen in eine andere Weite ... "


 

 

Nächster Gruppentermin:         Donnerstag, 04. Oktober 2018 um 19:00 Uhr

                                                       Anmeldung erbeten.

Wo Familienstellen helfen kann

Stellen Sie sich vor, es kommt eine sympathische, aber etwas traurig wirkende Person in eine Gruppe und erzählt, dass sie trotz allergrößter Anstrengungen einfach keinen Erfolg im Leben hat. Den Teilnehmern der Gruppe kommt das merkwürdig vor, da ihnen die Person sympathisch und intelligent vorkommt. Bei der folgenden Aufstellung zeigt sich dann ein Zusammenhang, der auf den ersten Blick mit dem Dilemma gar nichts zu tun hat. Es zeigt sich nämlich ein Konflikt der Person mit der eigenen Mutter. Interessant ist nun,

dass unter der Voraussetzung, dass nicht interpretiert und zerredet wird, die Person diesen Zusammenhang  spüren kann und ihre Seele jetzt endlich die Möglichkeit hat, sich auf eine neue Art der Welt zu öffnen.

 

Bert Hellinger sagt: Wer das große Geschenk, das einem seine Mutter gibt nicht nehmen kann, der kann auch niemals geben.

 

Das ist jetzt nur eine von einer Vielzahl von Situationen, bei  denen Familienstellen helfen kann.

 

Streit in der Partnerschaft, Konflikte innerhalb der Familie, unbefriedigende Situation am Arbeitsplatz sind weitere Themen, die immer wieder bei Aufstellungen vorkommen. Aber auch Dinge, wie mangelndes Selbstvertrauen, Wutausbrüche, Unfähigkeit Entscheidungen zu treffen, Schüchternheit, destruktives Verhalten, mangelndes Durchsetzungsvermögen und vieles mehr sind Bereiche, in denen eine Aufstellung außerordentlich nützlich sein kann. In den genannten Situationen sind Familienaufstellungen auch deshalb so wertvoll, weil der zu Grunde liegende Konflikt nicht mit dem Intellekt alleine zu lösen ist, bzw. sich auf einer anderen Ebene befindet, die dem Bewusstsein gar nicht zugänglich ist.

Familienstellen als Friedensarbeit

Da bei der Aufstellungsarbeit Zusammenhänge ans Tageslicht kommen, die sonst verborgen bleiben würden, kann sich unser Horizont gewaltig erweitern. Es gelingt uns dann, andere Menschen in ihrem Eingebunden-Sein zu verstehen. Dadurch nimmt das Werten und Verurteilen mehr und mehr ab.

Bert Hellinger nennt die Aufstellungsarbeit eine Friedensarbeit. Es geht um Ausgleich und Anerkennen, aber vor allen Dingen auch um das Verstehen des Anderen in seiner jeweiligen ganz besonderen Situation mit all ihren Zwängen und Nöten.

Wie eine Familienaufstellung abläuft

Zumeist wird in einer Gruppe gearbeitet. Ein Teilnehmer hat ein bestimmtes Anliegen, das er dem Aufstellungsleiter mitteilt.

 

Der Aufstellungsleiter stellt nun in der Gruppe diesem Teilnehmer einige, wenige  Fragen zu seinem Anliegen. Aufstellungsleiter oder Teilnehmer suchen dann nach Stellvertretern für die Personen, die für die Darstellung des Anliegens eine Rolle spielen. Oft wird auch ein Stellvertreter für den Teilnehmer, der aufstellen lässt ausgesucht. Es ist nun nicht so, dass die Stellvertreter zu Schauspielern werden, sondern sie lassen sich von einer Kraft führen, die einem Feld entspringt, das ohne weiteres Zutun entsteht. Die Stellvertreter beginnen nun erstaunlicherweise genau die Empfindungen und Gefühle der Personen wahrzunehmen, die sie vertreten.

 

Der Aufstellungsleiter kann nun einzelne Stellvertreter nach ihren Empfindungen befragen oder sie auch Sätze sagen lassen, die die entstehende Dynamik verdeutlichen. Es wird jedoch angestrebt so wenig wie möglich zu reden, um für den Aufstellenden die Beziehungsdynamik erfahrbar zu machen und das in einer Dimension, die über das intellektuell Verstehbare hinausgeht. Es geht also nicht um rationales Verstehen, sondern vielmehr um das Erfahren und Erleben neu gewonnener Informationen zu Beziehungen oder Prozessen, die das Leben des Aufstellenden direkt betreffen. Am Ende der Aufstellung kann der Aufstellende noch den Platz seines Stellvertreters einnehmen. Hier kann er direkt die Kräfte erspüren, die am Wirken sind. An dieser Stelle findet häufig eine emotionale Reaktion statt und zwar in Richtung Hinwendung, Versöhnung und Akzeptanz.

 

Eine Aufstellung dauert in der Regel zwischen 45 und 60 Minuten, kann aber in manchen Fällen länger oder kürzer sein.

Wie Familienstellen entstanden ist

Der Begründer des Familienstellens  ist der deutsche Philosoph und Theologe Bert Hellinger. Ursprünglich war er Mitglied eines Ordens und als Lehrer an einer Missionsschule in Südafrika tätig. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland beschäftigte er sich mit den neuen Formen der Psychotherapie. Auf diesen Erfahrungen aufbauend, aber auch mit seinem theologisch – philosophischen Hintergrund begründete er das Familienstellen. Das bestechende an seiner Methode ist, dass hier Arbeit an emotionalen Schwierigkeiten und spirituelles Wachstum Hand in Hand gehen.